Home » Computersucht. Ich bin betroffen.

Computersucht. Ich bin betroffen.

Gestern sah ich ein Bericht bei NDR über einen Computersüchtigen Jugendlichen. Ich war völlig erschrocken das genau die selben Symtome auf mich zutreffen. Der einzige Unterschied zwischen uns beiden war, dass er Games zockt und ich meist im Internet bin und mich belese oder andere Sachen mache.

Bei mir ging die Computersucht mit einem Problem los, ich war damals 10-12 Jahre hatte in meiner Realschulklasse nicht viele Freunde und bekam dann noch einen Bruder. So drehte sich dann alles um den Bruder und nicht mehr um mich. Da zog ich mich am Computer meines Vaters zurück, damals nur 1 Stunde, den Rest verbrachte ich mit lernen und TV. Meine Schulnoten waren damals richtig gut bis ich dann meinen eigenen Computer hatte. Die Noten wurden immer schlechter, ich wollte was dagegen machen, konnte aber nichts ändern, denn wenn ich Zuhause war zog es mich immer an den Computer. Es war einfach ein tolles Gefühl am Computer zu sitzen. In der 8. Klasse hatte ich gute Noten in der 9. Klasse wurden sie schon schlechter und in der 10. Klasse waren die Noten ganz schlecht. Ich hatte kurz vor den Prüfungen meinen Computer aus um zu lernen und siehe da es ging 😉 Die Prüfungsnoten waren gut. Die 11. Klasse auf dem Gymnasium war am schlechtesten, ich hatte kein Bock auf Schule und so waren auch die Noten. Zurzeit habe ich mich wieder gefangen, es geht wieder aufwärts. Das real life verschlechtert sich zunehmend und das Virtuelle Leben wird immer schöner. Für mich ist es immer noch ein tolles Gefühl, zum Beispiel wenn ich meine Homepage fertig habe oder was anderes eingebaut ist, wird mein Körper mit einer Art Adrenalin durchströmt.

Aber nicht nur die Noten wurden schlechter auch mein Kontakt zu anderen Leuten, Familie wurde fast komplett abgebrochen. Man sah sich nur mal kurz zum essen. Die einzigen real Freunde hatte ich in meiner Handballmannschaft. Sonst nur Freunde aus dem Internet die auch täglich mehrere Stunden davor hockten.

Die Sucht hatte also schon mit 11 Jahren angefangen, mit 12 Jahren hatte ich meinen eigenen Computer im Kinderzimmer. Das war der größte Fehler. Ein Computer ist ein Arbeitsgerät und kein Spielzeug, deswegen sollten die Computer aus allen Kinderzimmern verschwinden. Mit 13 Jahren hatte ich dann Modem und Internet. Die Forderungen nach noch mehr wurden immer größer. Erst DSL Time Tarif, dann DSL Flat. Ich versprach das ich dann noch weniger am Computer sitzen würde, weil durch das DSL ja alles schneller geht. Aber leider war dem nicht so ich sahs länger denn jeh.

Der Computer bestimmte mein Lebensablauf, wie bei einem Alkoholiker der sein Bier braucht, man glaubt es nicht aber es ist so.

Meine Eltern haben jetzt die Notbremse gezogen und mir nur 2 Stunden am Tag erlaubt am Computer zu sitzen, für mich ist das extrem schwierig das durchzuhalten. Was soll ich denn mit meiner neu gewonnen Freizeit anfangen? Raus gehen? Bücher lesen? Nein!

Alle meine Freunde sind auch die meiste Zeit Online, also wär ich dann alleine draußen. Wohin also? Alles was Spaß macht ist verboten, man darf nirgends Ball spielen, Jugendclubs gibt es fast nicht mehr und Vereine sind sehr teuer. Das ist sicherlich die Meinung vieler, ich bin aber im Handball Verein.

In der Jugend ist eine Revolution im Gange, Social Web. Man trifft sich lieber Online vor der Webcam im Icq anstatt draußen. Ich denke das es noch eine große Dunkelziffer gibt. Denn was ich so sehe ist erschreckend.

Letzes Wort: Wenn ich zurück blicke finde ich es schade was ich alles verpasst habe durch 6 Jahre Computer.

Update 2013: Ich habe meine Ausbildung als Mediengestalter abgeschlossen und habe mich selbständig gemacht. Somit habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht und es macht mir weiterhin unglaublich viel Spaß am Computer zu sitzen und neue Webprojekte aufzubauen und zu betreuen. Doch es gibt auch Auszeiten. Zum Beispiel bleibt der Computer am Wochenende meistens aus. Da unternehme ich viel lieber etwas mit meiner Freundin.

Update 2016: Da dieser Beitrag in einem Schulbuch veröffentlicht wurde und ich daher einmal im Jahr meine Tantieme bekomme, erscheint dieser Beitrag immer wieder auf meinem Radar.
Ich bin mittlerweile 25 Jahre und führe ein wahnsinnig schönes Leben. Ich habe mich wie im letzten Update beschrieben selbständig gemacht und habe mittlerweile zwei Unternehmen gegründet.
Beide Unternehmen haben mit Internet zu tun. Durch meine bestehenden Webseiten, Online-Shops und Affiliate Seiten verdiene ich mein Geld im Internet und kann mir nichts schöneres vorstellen.
Mittlerweile habe ich eine eigene Immobilie, ein schickes Auto und eine Freundin aus Brasilien. Ich bin oft in Rio de Janeiro um dort neue Projekte aufzubauen, denn der brasilianische Onlinemarkt ist noch einige Jahre hinter dem deutschen Onlinemarkt. Somit versuche ich auch dort erfolgreich Webseiten aufzubauen.
Dank meiner iPhones bin ich auch jederzeit online und kann E-Mails abrufen und meine Projekte überwachen. Dadurch sitze ich nicht mehr täglich 8-10 Stunden am Computer, sondern nur noch 5-6 Stunden und oftmals auch tagelang gar nicht mehr. Ich freue mich aber weiterhin täglich, wenn ich online arbeiten kann.

nv-author-image

Philipp Zurawski

Ich bin 👨🏼‍💻Philipp Zurawski und habe mit meiner ersten Domain 2005 schon Geld im Internet verdient. 2013 habe ich mich selbständig gemacht und habe es als Founder von handyreparatur123 zum Stiftung Warentest Testsieger und Fairness-Preis Gewinner 2018 & Fairness-Preis Gewinner 2019 geschafft. Daneben habe ich noch weitere Online Projekte und Investitionen in Aktien, Kryptowährungen, Immobilien und P2P Kredite. Ingesamt besitze ich über 70 Domains. Ich bin offen für neue Möglichkeiten und blicke gerne in die Zukunft.

3 Gedanken zu „Computersucht. Ich bin betroffen.“

  1. Hi,
    also ich muss dir auch sagen, dass ich das genauso sehe und es aber einfach nicht anders geht. Ich spiele auch nicht soviele Games sondern verbirnge auch lieber die Zeit im normalen Netz.
    Auch ich merke das die elektrische Kommunikation bei mir beliebter ist als die direkte. Man kann einfach freier reden.
    Meine Eltern haben oft versucht mich einzuschränken usw erfolglos. Einmal griff ich selbst die Notbremse und gab meinen PC ab und sagte das ich ihn bis zum WE nicht wieder will. Doch einen Tag davor konnte ich nicht mehr ich wurde regelrecht verrückt. Der PC gibt mir wie auch dir in vielen Situationen „Rückzugsmöglichkeiten“ und bietet regelrechte spannende Möglichkeiten. Es ist wie ein Treffen mit der ganzen Welt.

    Meine Reallife Freunde sind nur noch sehr wenig mit mir in Kontakt. Meistens ist nach der Schule schluss, ich esse was gehe am Computer und mache Hausaufgaben nebenbei Termine (Fahrschule) und Fitnesscenter. Die Möglichkeit im Internet Geld zu veridienen reitzt mich auch sehr. Man erstellt Stunden sogar Tage eine Webseite in der Hoffnung damit den Durchbruch zu schaffen und gewinnt am Ende ein paar Cent. Hätte ich die Stunden für irgendwelche andere bezahlte Arbeit eingesetzt, wäre es deutlich sinnvoller. Doch jedes mal ist es das selbe.

    Auch ich muss sagen, dass meine Noten schlechter geworden sind. Doch ich bin durch meinen eigenen PC unabhängiger geworden von den eingeschränkten Rechten.

    Vielleicht hätte ich niemals meinen Traumberuf den ich jetzt anstrebe, wäre das nicht schade?

    Ich war damals mit einer der dümmsten was das PC Wissen anbegang. Fragte mich durch und bildete mich. Und jetzt bin ich in unserem Ort der beste Ansprechpartner bzw Meistegnutze bei Fragen dieses Themas.

    Auch ich kam damals mit dem DSL Argument, dass sich alles bessern würde usw. ebenfalls das Gegenteil.

    Und ich jammere auch der Zeit hinterher, die ich sonst vielelicht mit Freunden verbracht hätte.

    Aber ich bin dadurch der Mensch geworden der ich jetzt bin und ich strebe eine gute Laubahn an.

  2. Finde ich toll das du das so offen aussprichst bei mir ist es Zwar noch nicht ganz so arg aber Ansätze kommen zu deinem Personen Bild schon hin.

  3. ich bin auch computersüchtig ich habe ständig schlechte laune außer wenn ich vor dem computer sitze in der schule läuft es nicht so gut die verbindung mit meinen freunden hab ich so gut wie abgebrochen und vor dem computer sitze ich mindestens 5 stunden vor dem onlinespiel metin2 teilweise skate ich und breakdance in einem verein aber skaten mach ich jetzt auch nur noch 2 mal im monat oder so ich will damit aufhören ständig vor dem computer zu sitzen aber es klappt i-wie nicht 🙁 als ich das letzte wort gelesen habe war ich schockiert und ich habe viele gedanken gemacht ich habe auch mindestens 4 jahre hirnlos vor dem computer gehockt und so meine zeit wirklich verschwendet habt ihr irgendwelche tipps für mich ???

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.