Der Weg in die Selbständigkeit

Existenzgründerzuschuss

Der Weg in die Selbständigkeit

Seit Juni 2013 bin ich selbständig im Netz unterwegs und konnte mir so einen langersehnten Traum erfüllen. Der Weg war ziemlich steinig, bürokratisch und teilweise kompliziert, doch die nötige Ausdauer bei den ganzen Ämtern hat sich gelohnt. Der Existenzgründerzuschuss der Agentur für Arbeit sowie die Förderung der GFAW wurden bewilligt und gaben mir in der Anfangsphase die notwendige Sicherheit. Ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich an meinen Unternehmensberater Candy Meinunger bedanken, der mich die ganze Zeit begleitet hat und mir wertvolle und hilfreiche Tipps gegeben hat.

Von der Arbeitslosigkeit in die Selbständigkeit

Existenzgründerzuschuss
Nachdem ich im Januar 2013 meine Ausbildung zum Mediengestalter erfolgreich abschließen konnte, geriet ich in die Arbeitslosigkeit und bekam durch mein geringe Ausbildungsvergütung auch ein sehr mickriges Arbeitslosengeld. Doch ich war seit 2008 Kleinunternehmer und habe durch diverse Projekte im Internet Geld verdient.
Bereits bei den ersten Gesprächen mit der zuständigen Arbeitsvermittlerin deutete ich auf meine geplante Selbständigkeit hin. Doch ohne Gründungszuschuss vom Amt würde mein Vorhaben scheitern. Leider fördert die Agentur für Arbeit nicht mehr jeden Gründer. Denn offensichtlich gab es in der Vergangenheit zu viele Gründer die trotz Zuschuss scheiterten. Oberste Priorität bei den Mitarbeitern der Arbeitsagentur ist die Vermittlung in ein Arbeitsverhältnis. Nur wenn dieses misslingt, wird eventuell ein Antrag genehmigt. Der Existenzgründerzuschuss muss – wenn genehmigt – nicht zurückgezahlt werden.
Mir blieb also nichts anderes übrig, als mich erst regional, dann überregional und letztendlich bundesweit zu bewerben. Jedoch bekam ich reihenweise Absagen. Demnach setzte ich mich erneut mit der Vermittlerin zusammen und überzeugte Sie schließlich von meinem Vorhaben. Immerhin sind knapp vier Monate vergangen und ewig wollte ich nicht arbeitslos bleiben. So habe ich kurzerhand die erforderlichen Formulare des Gründungszuschusses bekommen. Zusätzlich habe ich mir gleich noch den Antrag auf freiwillige Arbeitslosenversicherung geben lassen, denn falls ich doch scheitern sollte, würde ich immerhin ein Jahr Arbeitslosengeld bekommen.
Bereits im Februar füllte ich den Antrag Existenzgründerpass bei der GFAW aus um dort eine Förderung für Existenzgründer Beratungen und Seminare zu bekommen. Dieser wurde relativ zeitnah bearbeitet. Die Rechnungen schickte ich dann im Anschluss an die GFAW und bekam das Geld später zurückgezahlt.

Business Plan

Nachdem ich endlich den Antrag für den Gründungszuschuss von der Arbeitsagentur in der Tasche hatte, brauchte ich schriftliche Argumente, um letztendlich alle von meinem Vorhaben zu überzeugen. Dafür hatte ich einen Monat Zeit. So habe ich mir gemeinsam mit meinem Unternehmensberater viele Gedanken zu meiner künftigen Selbständigkeit gemacht. Dies ist im Anschluss alles in einem Business Plan gelandet, der letztendlich 30-50 Seiten lang war. Zusätzlich brauchte ich noch eine „fachkundige Stelle“ die meine Tragfähigkeit der Existenzgründung einschätzt.

Gewerbe Anmeldung – Einzelunternehmer

Damit der Antrag auf Existenzgründerzuschuss überhaupt bearbeitet wird, benötigt man noch eine Kopie der Gewerbe Anmeldung. Demzufolge muss man bereits im Vorfeld Gewerbe anmelden, obwohl über den Gründungszuschuss noch nicht entschieden wurde. Ich habe mich für die Unternehmensform Einzelunternehmer entschieden, da ich ein relativ geringes Risiko und überschaubare Kosten habe.
Alle Unterlagen zur Existenzgründung habe ich Ende Mai bei der Agentur für Arbeit abgeben. Einen Tag später bekam ich bereits grünes Licht von meiner Vermittlerin, aber über den Antrag musste noch eine weitere Stelle entscheiden. Aber die Aussichten waren schon mal gut. In der Zeit kümmerte ich mich um die Anmeldung bei der Krankenkasse. Durch eine längere Krankheit im letzten Jahr blieb ich gleich bei der gesetzlichen Krankenversicherung, denn die Beiträge bei einer privaten Krankenversicherung wären enorm gewesen. Durch die Bewilligung des Gründungszuschusses muss ich demnach auch erstmal einen geringeren Beitrag bei der Krankenversicherung zahlen. Schon aus diesem Grund lohnt sich der Aufwand.

Gründungszuschuss bewilligt

Nachdem die GFAW bereits Ende Mai meinen Antrag bewilligte, bekam ich am 10. Juni 2013 den ersehnten Brief von der Agentur für Arbeit und die erfreuliche Nachricht, dass meine Gründung gefördert wird. Somit bekomme ich die ersten sechs Monate mein Arbeitslosengeld und zusätzlich 300 Euro auf mein Konto überwiesen. Nach den sechs Monaten kann man sich einen weiteren Antrag bei der Agentur für Arbeit besorgen, um eine weitere Förderung zu erhalten.
Die ersten fünf Monate liefen sehr gut und ich sehe optimistisch in die Zukunft. Für mich war die Selbständigkeit die absolute richtige Entscheidung. Doch dafür habe ich schließlich schon mehrere Jahre mehr oder weniger täglich drauf hingearbeitet. Geld verdienen im Internet klingt immer so einfach, doch ich arbeite dafür meistens 8-10 Stunden täglich an zahlreichen Projekten. Aber dafür mit viel Freude, Ehrgeiz und Motivation.

Philipp Zurawski

4 Comments
  • Daniel

    25. November 2013 at 16:45 Antworten

    Ich weiß noch, wie ich vor einigen Jahren dein Blog gelesen und mich gefragt habe, ob ich nicht auch Mediengestalter werden will. Heute bin ich froh, es nicht getan zu haben, Mediengestalter scheint für viele eine Sackgasse gewesen zu sein. Es wäre interessant zu erfahren, wie du das siehst. Warum werden Mediengestalter nicht mehr gebraucht?

    • Ronny

      20. März 2014 at 16:21 Antworten

      Wer sagt denn, dass keine Mediengestalter mehr gebraucht werden? Ich arbeite selber in der Branche (als Angestellter und nebenbei als Freelancer) und nachgefragt werde diese Leute schon. Aus meiner Sicht gibt es da nur 2 Probleme:
      1. Der Beruf „Mediengestalter“ ist ziemlich weit gefasst und die Ausbildung teilweise viel zu allgemein. Du kannst im Prinzip keinen frisch Ausgebildeten auf Kundenprojekte loslassen. Viele starten dann mit einer langen und nervigen Praktikumsphase.
      2. Durch viele (schlechte) Freelancer ist der Markt ziemlich „versaut“ und die Preise im Keller. D.h. das kreative Jobs in dieser Richtung teilweise unterirdisch bezahlt werden. Da mich das selbst immer wieder nervt, habe ich dazu auch mal einen Artikel geschrieben: http://ronny-marx.de/designer-blog/warum-verdienen-webdesigner-so-wenig/

      Fakt ist: kreative Leute werden auf jeden Fall gebraucht. Fakt ist aber auch: du musst ständig am Ball bleiben und dich auch weiterentwickeln.

      • Freetagger

        23. März 2014 at 19:06 Antworten

        Wie in jeder Branche setzen sich nur die Besten durch. Viele aus meiner Klasse sind schon wieder Arbeitslos oder verdienen nichts und haben eine neue Ausbildung angefangen! Ich dagegen kann nicht klagen, habe mich aber auch mehr auf SEO und Online-Marketing spezialisiert.

        PS. Deine Seite sieht auf einem retina Display ganz schlecht aus. (als Hinweis)

    • Freetagger

      23. März 2014 at 19:06 Antworten

      Es gibt einfach zu viele die für wenig Geld Ihre Arbeit verkaufen und dadurch den Markt zerstören.

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